Sonntag, 11. Oktober 2026

Abrollern ohne Umwege – oder: Wie man auf der Autobahn eine Stunde gewinnt


Acht Unentwegte, zwei Tourguides, ein überraschender Zeitvorsprung und Temperaturen im einstelligen Bereich: Das diesjährige Abrollern des Scooter Clubs Bonn hatte einiges zu bieten. Vor allem aber jede Menge Gesprächsstoff.

Pünktlich zum Start um 10 Uhr begann der Regen. Doch acht Unentwegte ließen sich davon nicht beeindrucken und starteten in zwei Gruppen am Lievelingsweg zum traditionellen Abrollern des Scooter Clubs Bonn. Schließlich heißt Abrollern nicht Schönwetterfahren.


Die Führung übernahmen Olaf und Hans-Peter, letzterer auch bekannt unter dem klangvollen Namen „Tiger Tours“. Das Ziel war klar: eine herbstliche Runde durch die Eifel, vorbei an Bad Münstereifel, über Nonnenbach in Richtung Blankenheim. Über den Weg dorthin gab es allerdings, wie sich später herausstellen sollte, unterschiedliche Auffassungen.

Während sich Olafs Gruppe mit Hildegard, Michael und Hartwig auf kleinen, kurvenreichen Landstraßen der Eifel bewegte, hatte Tiger Tours offenbar eine etwas zeitsparendere Interpretation der Streckenführung gewählt. Ob beabsichtigt, versehentlich oder durch eine kleine Unachtsamkeit bei den Navigationseinstellungen – die Option „Autobahn vermeiden“ war jedenfalls nicht aktiviert. Und so nutzte Hans-Peter ein Stück Autobahn, um seiner Gruppe einen beachtlichen Vorsprung zu verschaffen.


Bereits um 11.30 Uhr erreichte die Tiger-Tours-Gruppe mit Michael, Thomas und Rainer den Forstwalder Hof, einen Grillimbiss in der Nähe von Blankenheim. Die Bedienung erkundigte sich sogleich, ob denn ein Tisch für 14 Personen reserviert sei. Nein, so viele waren es nun wirklich nicht. Und selbst die erwarteten vier weiteren Clubmitglieder ließen auf sich warten.

Also wurde erst einmal gespeist. Ob es sich angesichts der frühen Uhrzeit um ein verspätetes Frühstück oder ein vorgezogenes Mittagessen handelte, konnte nicht abschließend geklärt werden.

Die zweite Gruppe blieb derweil verschwunden. Erst rund eine Stunde später, just als Tiger Tours bereits wieder zum Aufbruch blies, traf Olaf mit seinen drei Mitfahrern ein.

Des Rätsels Lösung war schnell gefunden: Während die einen die Eifel auf klassischen Motorradstrecken erkundet hatten, war die andere Gruppe dank Autobahnunterstützung deutlich schneller ans Ziel gekommen. Eine neue Variante der Tourenplanung, die beim Scooter Club möglicherweise noch für Diskussionen sorgen dürfte.

Immerhin zeigte sich Petrus im weiteren Verlauf versöhnlicher. Der anfängliche Regen verzog sich, und zwischenzeitlich ließ sich sogar blauer Himmel blicken. An den Temperaturen änderte das allerdings wenig. Als die Anzeige eines Tourguides irgendwann gerade einmal 9,5 Grad meldete, war endgültig klar: Der Herbst hatte die Eifel fest im Griff.

Nach dem Zwischenstopp ging es weiter in Richtung Gelsdorf, wo noch eine Kaffeepause auf dem Programm stand. Anschließend führte die Strecke zurück nach Bonn.

Gegen 15 Uhr erreichte die Tiger-Tours-Gruppe nach überschaubaren 150 Kilometern wieder die Bundesstadt. Eine Tour, die weder durch sommerliche Temperaturen noch durch besondere Kilometerleistungen glänzte, dafür aber durch einige unerwartete Wendungen.

Das Fazit: Ein bisschen Regen, reichlich frische Luft, zwei unterschiedliche Vorstellungen von der richtigen Route und eine Stunde Zeitunterschied beim Mittagessen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – war das diesjährige Abrollern eine rundum gelungene Angelegenheit. 

Viele Wege führen durch die Eifel. Manche sind nur erheblich schneller.


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